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DasLebennachdemTodInhalt: Nach dem Tod erwartet alle Menschen die Begegnung mit dem liebenden Gott. Wir Menschen sterben nicht ins Nichts, sondern in die Liebe Gottes. Die Menschen erleben zuerst die Gemeinschaft mit der Dreifaltigkeit, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Jeder Mensch erfährt zuerst diese tiefe göttliche Liebe. Dabei wird er von seinen Fehlern, bei denen er ohne Liebe war, gereinigt. Jene Menschen, die sich auf Erden vor Gottes Liebe verschlossen haben, bekommen eine letzte Anfrage, um nicht in der Gottferne für ewig zu verzweifeln. Sollte dies gelingen, wird dieser Mensch von seiner großen Lieblosigkeit gereinigt. In der Herrlichkeit Gottes erleben wir die vollkommene Liebe, die Vollendung des Universums und die Gemeinschaft mit Gott-Vater, Jesus Christus, dem Heiligen Geist, den Engeln und allen liebenden Menschen.

  1. Klasse, 5: Was ist der Himmel, das Fegefeuer und die Hölle?

Die christliche Auffassung vom Menschen

            Die christliche Auffassung unterscheidet sich von einem Seelensurfen im Wiedergeburtsglauben durch die Beziehung zu einem personalen Gott, eines einmaligen Lebens mit Zeugung und Tod und des Überwechselns der ganzen Person (auch mit den körperlichen Informationen) ins Paradies mit Gott. Da gibt es keine Karma - Mechanik, sondern da begegnet der Mensch dem Sinn des Ganzen, dem einen Gott.

            In der christlichen Auffassung schenkt der lebendige Gott den Menschen die Vollkommenheit. Menschen werden, so das Christentum, schon seit Beginn unserer Existenz beschenkt, ohne etwas dafür geleistet zu haben. Das Christentum zeigt sich darin als Religion, die nicht auf einem System der Belohnung für Leistung, sondern auf einem System der Schenkung beruht.

            Die christliche Auffassung geht von der Erfahrung aus, dass Seele und Leib eine Einheit ist. Viele psychosomatische Phänomene weisen darauf hin. Christen glauben an die Auferstehung des "Fleisches", was im Griechischen „Sarx“ heißt und Lebewesen bzw. Mensch bedeutet. Die körperliche Information wird nicht weggelassen. Menschen bekommen bei Gott einen Auferstehungsleib, der die körperliche Information übernommen hat.

Gott ist ein persönlicher Gott, den Menschen und der Welt überlegen. Die hinduistischen Götter unterliegen wie die Menschen der Reinkarnation, sterben und werden als Menschen oder Tiere wiedergeboren.

Der Mensch ist einmalige Persönlichkeit, in seiner Person für immer geliebt. Gott hat ihn beim Namen gerufen. Jesus betont die Kostbarkeit des Einzelnen und ruft zur Entscheidung hier und jetzt auf; sie gilt auch für die Vollendung. Diese Aufforderung zeigt auch die Verantwortung des Menschen für sein persönliches Ende. Wären Entscheidungen revidierbar in beliebig vielen Leben, dann wäre vieles unbedeutend und wir würden unser spezielles Ich verlieren.

Christlicher Jenseitsglaube: Der ganze Mensch kommt ins Jenseits

166379 JubelDie christliche Vorstellung besagt: Im Tod kommen wir Menschen als ganze Wesen zu Gott, mit Körper, Seele und Geist. Zum Menschen gehören seine Freuden und seine Leiden, sein Glücklich sein und sein Traurig sein, seine guten und seine schlechten Taten, alle Werke, die er in seinem Leben vollbracht hat, alle Dinge, die er geschaffen hat, alle Vorstellungen, in denen er gelebt hat, alle Stunden, die er durch litten hat, jede Träne, die er geweint hat, jedes Lächeln, das über sein Angesicht gegangen ist, die lange, persönliche Geschichte, die er durchlebt hat - all das ist der Mensch. Und all das ist er doch nicht nur als Seele, das ist er doch auch als Leib. Würde nicht der ganze Mensch mit Seele und Leib zu Gott gelangen, so könnte er auch nicht die ganze Geschichte seines Lebens vor Gott hintragen. Leib heißt hier nicht materieller Körper, sondern heißt Information über alles, was diesen speziellen Menschen ausmacht.

  1. Jeder ist eine Welt für sich

Es gibt ein Gedicht des Russen Jewgenij Jewtuschenko, das das ausdrückt und verdeutlicht. Es lautet:

Jeder hat seine eigene, geheime, persönliche Welt. Es gibt in dieser Welt den besten Augenblick, es gibt in dieser Welt die schrecklichste Stunde; aber dies alles ist uns verborgen.

Und wenn ein Mensch stirbt, dann stirbt mit ihm sein erster Schnee und sein erster Kuss und sein erster Kampf ... all das nimmt er mit sich.

            Was wissen wir über die Freunde, die Brüder, was wissen wir schon von unserer Liebsten? Und über unseren eigenen Vater wissen wir, die wir alles wissen, nichts.

Die Menschen gehen fort ... Da gibt es keine Rückkehr. Ihre geheimen Welten können nicht wiederentstehen. Und jedes Mal möchte ich von neuem diese Unwiederbringlichkeit hinausschreien.

Jeder Mensch, sagt Jewtuschenko, ist eine Welt für sich, eine eigene, unverwechselbare Welt. In jedem Menschen leben die Erlebnisse und Erfahrungen seiner Vergangenheit. Tief in unserem Unbewussten ruht die Erfahrung unserer ersten Liebe, die Erfahrung des ersten Schmerzes, das Erlebnis des ersten Schnees. Und weil jeder seine ganz eigenen Erfahrungen hat, die nur er machen konnte und die nur ihm gehören, darum ist jeder Mensch ein unendlich kostbares und unbegreifliches Geheimnis. Gerade deshalb aber ist der Tod etwas Grauenhaftes. Wenn ein Mensch stirbt, dann sterben mit ihm sein erster Kuss und sein erster Schnee, all sein Lieben und all sein Leiden, seine Freude und sein Schmerz. Wenn ein Mensch stirbt, dann geht jedes Mal eine noch nie da gewesene  und ganz persönliche Welt unter.

  1. Leib und Seele

Dieses Betroffen-Sein von der unverwechselbaren und geheimnisvollen Welt, die zu jedem Menschen gehört, ist eine unbedingt notwendige Voraussetzung, um überhaupt begreifen zu können, was gemeint ist, wenn die Christenheit im Glauben von der Auferstehung der Toten spricht. Auferstehung heißt nämlich, dass der ganze Mensch zu Gott gelangt, der ganze Mensch mit all seinen Erfahrungen und mit seiner ganzen Vergangenheit, mit seinem ersten Kuss und mit seinem ersten Schnee, mit all den Worten, die er gesprochen und mit all den Taten, die er getan hat. Dies alles ist doch unendlich mehr als eine abstrakte Seele - und deshalb ist es nicht vorstellbar, dass im Tod nur die Seele des Menschen vor Gott hintritt. Ich möchte deshalb ... (die) Aussage formulieren:

Im Tod tritt der ganze Mensch mit ,,Leib und Seele", das heißt mit seinem ganzen Leben, mit seiner persönlichen Welt und mit der ganzen unverwechselbaren Geschichte seines Lebens vor Gott hin.

Wenn wir in der Begegnung mit Gott das ganze Ausmaß der Güte und Liebe erfahren, werden und die Augen über uns selber aufgehen.

  1. Erde und Paradies

            Die Erde und die Materie wird bei Jesus nicht abgewertet: Heinrich Heine rief: "Brüder, bleiben wir der Erde treu." Er meinte damit, dass die Menschen nicht auf das Jenseits starren, sondern die Erde gestalten sollen. Moderne Christen versuchen beides: Die Erde gestalten und an das Jenseits glauben.

"Heute noch wirst du bei mir im Paradies sein", sagt Jesus zu einem, der mit ihm gekreuzigt wurde.

Christliche Existenz weiß sich von Gott geträumt. "Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt", notiert der Prophet Jeremia, ähnlich wie später Paulus sich seit seiner Zeugung berufen sah. Bevor sie geboren werden, meint das Christentum, sind Menschen zum freien, intensiven Leben berufen. Das ist die Erfahrung des Woher. Es ist auch die Erfahrung des Wohin.

  1. Das Gericht Gottes und das Selbstgericht

WenHerz und Ohrn wir vor Gottes Angesicht stehen, wird uns das ganze Ausmaß seiner Güte und Liebe bewusst. Wir werden dann im Licht dieser Liebe und Güte unser ganzes Leben sehen. Wir werden unsere Herzlosigkeiten und Ichsucht erkennen und uns dankbar über alles Gute freuen, das wir tun konnten. Dieses Erkennen, wie wir in Wahrheit sind, nennt man das Gericht. Gott lässt uns aber auch die Freiheit, ohne ihn zu leben. Die Gefahren sind dann aber größer, weil es zu Selbstgerechtigkeit und Egoismus führt. Jesus meinte, dass wir uns selber nicht verurteilen sollen (Selbstmord). Dieses Verurteilen geschieht auch dann, wenn wir andere verurteilen (Selbstgerechtigkeit). Gott spricht als Richter das Urteil, das wir uns selber sprechen.

  1. Das Jüngste Gericht und das Maß der Liebe

Für uns hier auf Erden scheint zwischen dem Gericht des einzelnen und dem Weltgericht eine mehr oder weniger große Zeitspanne zu liegen. Man könnte sich aber auch vorstellen, dass das, was wir als zeitlichen Abstand sehen, jenseits der Schwelle des Todes sich anders ausnimmt. Für Gott gibt es ja weder Vergangenheit noch Zukunft, sondern einzig ewige Gegenwart. Für ihn und für die, welche bei ihm sind, kann daher zusammenfallen, was wir in dieser Zeit noch getrennt sehen. Der Glaube an das Jüngste oder Allgemeine Gericht heißt auch: Die ganze Geschichte der Welt und der Menschheit wird von Jesus Christus nach dem Maß der Liebe beurteilt. Dieser Glaube gibt Hoffnung und Zuversicht.

  1. Die Seele und der ganze Mensch

Seele meint den Kern unserer Person, das, wo wir ganz ,,wir selbst" sind. Christen vertrauen darauf, dass das „Ich“ auch im Tode nicht zugrunde geht. Das heißt aber: Das, was wir selbst sind, Leib, Seele und Geist bleibt über den Tod hinaus bestehen. Der Mensch hat zwei Prinzipien, die Seele und die Materie. Es ist sinnvoll, zwischen Körper (materiell) und Leib (Gestalt) zu unterscheiden. Die individuelle Seele ist wegen der (möglichen) Beziehung zu Gott unsterblich und lebt nach dem Tod mit einem neuen Leib im Jenseits.

Bei Matthäus lesen wir: Am selben Tag kamen zu Jesus einige von den Sadduzäern, die behaupten, es gebe keine Auferstehung. Sie fragten ihn: Meister, Mose hat gesagt: Wenn ein Mann stirbt, ohne Kinder zu haben, dann soll sein Bruder dessen Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. Bei uns lebten einmal sieben Brüder. Der erste heiratete und starb, und weil er keine Nachkommen hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder, ebenso der zweite und der dritte und so weiter bis zum siebten. Als letzte von allen starb die Frau. Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt. Jesus antwortete ihnen: Ihr irrt euch; ihr kennt weder die Schrift noch die Macht Gottes. Denn nach der Auferstehung werden die Menschen nicht mehr heiraten, sondern sein wie die Engel im Himmel.

Habt ihr im Übrigen nicht gelesen, was Gott euch über die Auferstehung der Toten mit den Worten gesagt hat: Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs? Er ist doch nicht der Gott der Toten, sondern der Gott der Lebenden. Als das Volk das hörte, war es über seine Lehre bestürzt. (Mt 22, 23-33)

Jesus belehrt dort die Sadduzäer, welche nicht an eine Auferstehung glaubten, dass Abraham, Isaak und Jakob - obwohl schon gestorben - Lebendige sind. Nicht etwas von ihnen, sondern sie selbst leben bei Gott.

  1. Der Tod ist keine Strafe für die Sünden.

Nein. Wo Krankheit, Einsamkeit, Armut, Elend, Verachtung, Unfreiheit sind, spüren wir schon die Schatten des Todes. Gott straft nicht, auch nicht mit dem Tod. Der Tod ist ein Teil der Schattenseite des Lebens und bleibt am Ende mit diesen Schattenseiten zurück, wenn wir in die neue Zukunft bei Gott gehen.

  1. Christus hat den "zweiten" Tod besiegt

Durch seine Auferstehung hat Christus dem Tod den ,,bitteren Stachel" genommen. Das heißt: Wir brauchen den Tod nicht zu fürchten. Er ist für uns zum Tor für das ewiges Leben geworden. Viele Christen haben für das Ewige gelebt und gerade dadurch unendlich viel Gutes auf Erden gewirkt. Dies erfasste besonders klar der heilige Franz von Assisi, todkrank und von Schmerzen gepeinigt, sang er auf seinem Sterbelager noch seinen berühmten Sonnengesang. Die letzte Strophe dieses Lobliedes lautet: "Sei gelobt, mein Herr, durch unseren Bruder, den leiblichen Tod, dem kein Mensch lebendig entrinnt. Unheil wird jenen zuteil, die in Todsünden sterben. Doch selig jene, die in deinem allerheiligsten Willen sich finden, denn der zweite Tod tut ihnen kein Leid an." Der zweite Tod bedeutet die totale Einsamkeit. Diesen zweiten Tod hat Jesus besiegt.

  1. Das Fegefeuer und die Bereinigung der Biographie

Dieser AuTränensdruck wird heute von vielen Menschen missverstanden. Es handelt sich ja dabei nicht um einen Verbrennungsprozess. Fegefeuer ist ein altes Wort: Feuer ist uns als Zeichen für die Gegenwart Gottes bekannt. wenn der Mensch vor das Antlitz Gottes tritt, wird seine Erkenntnis erleuchtet wie durch einen hellen Blitz: Er erkennt in Wahrheit, wie er ist, was er gut und was er falsch gemacht hat.

Fegen heißt nichts anderes als läutern, lauter machen, reinigen. Was die deutsche Sprache Fegefeuer nennt, bezeichnen romanische Sprachen mit Reinigungsort, Läuterungszustand.

Wer erfährt, wie gut und liebevoll Gott (unser Vater) ist, der bereut, dass er sich in seinem Leben zu wenig um die Liebe gekümmert hat. Diese Reue ist schmerzlich und reinigend zugleich. Sie hat aber große Kraft: Sie macht uns besser. Es lässt uns sicherlich nicht gleichgültig, wenn wir Gottes große Liebe erkennen und sie mit unseren Unvollkommenheiten, Fehlern und mit unserer Schuld vergleichen.

  1. Ewiges Leben und die Liebesbeziehung zwischen Gott und uns.

Die für die Glaubenslehre zuständige ,,Kongregation" (= eine Art ,,Ministerium" der Kirche) hat 1979 festgestellt:

„Wenn man über das Geschick des Menschen nach dem Tode spricht, muss man sich besonders vor Darstellungsweisen hüten, die sich ausschließlich auf willkürliche Phantasievorstellungen stützen. Weder die Heilige Schrift noch die Theologen (= Wissenschaftler von den transzendenten Dingen) bieten uns genügend Licht, um das künftige Leben nach dem Tode richtig zu beschreiben."

Christen halten die folgenden wesentlichen Auffassungen fest:

  • Leben geht über den Tod hinaus. Garant ist Gott, der sich in Jesus gezeigt hat.
  • Die Intensität unserer auf Erden geübten Liebe wird die Intensität unseres Glücks bei Gott sein.
  • Unser irdisches Leben wird nicht abgebrochen, vergessen oder vernichtet, sondern vollendet.
  • Gottesschau ist wie wenn Du alle je gedrehten Filme auf einmal sehen würdest. Leben bei Gott: Intensivstes Leben.
  • Zwischen dem Leben auf Erden und dem ,,ewigen Leben" besteht ein grundlegender Unterschied. Wir wissen nicht, wie es genau sein wird.
  • Dieses Leben vollendet alles, was gut in uns ist: unsere Begabungen und Fähigkeiten und unser Verhältnis zur ganzen Schöpfung Gottes. Wir bilden mit unseren Mitmenschen in Gott die Gemeinschaft der Heiligen.
  1. Himmel und das wunderbare Jenseits

FreudeDie Heilige Schrift beschreibt das ewige Leben mit vielen Worten und Bildern; Hochzeitsmahl eines Königs, Herrlichkeit, Paradies, neue Schöpfung, ewige Heimat, Siegeskranz, Frieden, ewige Ruhe, ewiges Licht, Neugestaltung, Krone des Lebens, Buch des Lebens. All diese Worte und Bilder reichen aber nicht aus, uns eine Vorstellung oder Anschauung des Himmels zu geben. Ebenso wenig können dies Darstellungen aus der Kunst. Die christliche Botschaft hat schon zur Zeit der Apostel dieses Anliegen gesehen. So schreibt Paulus:

Wir verkünden, wie es in der Schrift heißt, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist; das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. (1 Kor2, 9)

  1.  Himmel ist bei Gott außerhalb des Universums

Wenn die Christen vom Himmel reden, meinen sie weder das Firmament noch das Weltall. Himmel ist überall dort, wo ein Mensch bei Gott intensiv lebt. Das Ziel unseres Lebens ist nicht ein „Ort", es ist Gott selbst, der uns liebt. Wenn wir nach unserem Tod bei Gott sind, sind wir im Himmel.

  1. Das brennende Feuer in der Hölle machen wir uns sebst

Wenn die Bibel im Zusammenhang mit der Hölle vom „ewigen Feuer" spricht, gebraucht sie ein Bildwort wie es auch der Fall ist, wenn sie das ewige Leben mit dem Hochzeitsmahl eines Königs vergleicht. Andere solche Bildworte sind: Finsternis, Drache, der nicht stirbt, Heulen und Zähneknirschen. Alle diese Bildworte sagen aus: Wer bewusst und endgültig sich von Gott trennt, bereitet sich selbst das größte Leid, das einen Menschen treffen kann. Künstler haben diese Bildworte oft in Gemälde umgesetzt und damit einem großen Missverständnis Vorschub geleistet.

  1.   Hölle und die Ablehnung Gottes

Bei den Germanen bedeutete das Wort Hel das Totenreich und seine Göttin. Von daher stammt das deutsche Wort ,,Hölle". Die Menschen des Alten Testamentes stellten sich - wie auch ihre Zeitgenossen aus anderen Völkern - vor, dass ,,tief unter den Wassern" (Ijob 26, 5) die Unterwelt als Ort der Toten ist.

Auch die ersten Christen stellten sich den „Ort" Gottes über den lichten Höhen des Firmamentes und den Strafort der Ungerechten in feurigen Abgründen vor. Eine solche „Lokalisierung" von Himmel und Hölle ist durch das Weltbild der damaligen Zeit bestimmt und zählt nicht zu den Glaubensaussagen.

  • Der Mensch kann in der Ablehnung Gottes verharren. Die ewige Trennung von Gott bedeutet Hölle.
  • Hölle bedeutet: Ewig ausgeschlossen sein von dem intensiven Leben mit Gott und von der Gemeinschaft der Heiligen.
  • Gott will die Hölle nicht. Der Mensch bereitet sie sich selbst, wenn er bewusst und ausdrücklich ablehnt, was Gott ihm an intensiven Leben schenken will.
  1.   Menschen in der Hölle und die Freiheit

            Während die Kirche von vielen Menschen glaubt, dass sie für immer bei Gott sind (Selige, Heilige), lehrt sie von keinem Menschen mit Gewissheit, dass er das eigentliche Ziel seines Lebens verfehlt habe. Nur wer sich endgültig der Liebe Gottes verschließen würde, für den wird die Liebe Gottes nicht zum Glück, sondern zum Gericht. Denn: Gott drängt seine Liebe dem Menschen nicht auf. Die Möglichkeit, das Ziel seines Lebens zu verfehlen, ist verbunden mit der Freiheit des Menschen.

  1. Die Hölle auf Erden

            Wo ein Mensch in Gleichgültigkeit und Hass lebt, wo er nicht mehr lieben will, wo er Vergebung verweigert, wo er Nein zu Christus sagt, Güte und Hilfsbereitschaft aus seinem Leben verbannt, hartherzig und kalt dem Leiden anderer gegenübersteht, taub ist gegenüber Not und Elend, blind ist gegenüber den Anliegen seiner Nächsten, u. a. m., dort scheint die „Hölle" bereits auf Erden zu beginnen. Da der Mensch aber die Möglichkeit hat, sein Leben zu ändern, solange er lebt, fehlt dieser „Hölle auf Erden" jene Endgültigkeit, die wir mit dem Wort „ewig" bezeichnen.

In der Trauerbegleitung sollen die Angehörigen von Verstorbenen nicht allein bleiben, sondern mit der Hilfe von einfühlenden Mitmenschen den Verlust ihres geliebten Angehörigen mit Klagen, Weinen, Bedauern, Gefühlsausbrüchen, Beten oder Schweigen durchstehen können. Trauerphasen sind individuell verschieden. Es gibt auch ausgebildete Kriseninterventions-Helfer und Trauerbegleiter, die mit Notärzten, Rettung und Feuerwehr zusammenarbeiten.

Zum Überlegen:

Gedicht von Jewgenij Jewtuschenko 
Jeder hat seine eigene, geheime, persönliche Welt.
Es gibt in dieser Welt den besten Augenblick,
es gibt in dieser Welt die schrecklichste Stunde;
aber dies alles ist uns verborgen.
Und wenn ein Mensch stirbt,
dann stirbt mit ihm sein erster Schnee
und sein erster Kuss und sein erster Kampf...
all das nimmt er mit sich.
Was wissen wir über unsere Freunde, Brüder und Schwestern,
was wissen wir von unserer Liebsten?
Und über unseren eigenen Vater
wissen wir, die wir alles wissen, nichts.
Die Menschen gehen fort...,
da gibt es keine Rückkehr.
Ihre geheimen Welten können nicht wieder entstehen.
Und jedes Mal möchte man von neuem
diese Unwiederbringlichkeit hinaus schreien.
(Quelle: Gisbert Grehake, Gerhard Lohfink, Naherwartung – Auferstehung – Unsterblichkeit, Freiburg 1978, S. 194.)

Die Ganze Menschheit kommt vor Gott
In diese eigene, persönliche Welt gehören auch die anderen Menschen, mit denen man Zeit seines Lebens zu tun hatte. In diese Welt gehören die Mutter und der Vater, die Schwester und der Bruder, die Gattin und der Gatte, die Kinder, die Verwandten, die Freunde, diejenigen, für die man Verantwortung trug, und viele andere Menschen. Sie alle haben uns geprägt, sie alle gehören zur Geschichte unseres Lebens, sie alle sind ein Stück unseres Lebens geworden. Unser Menschsein ist gar nicht denkbar ohne die tausend Fäden, die uns mit den Menschen um uns verknüpfen. Wenn es wahr ist, dass wir mit unserer ganzen Welt vor Gott hintreten, dann treten wir auch mit diesen Menschen vor Gott hin. Und wenn Sie nun bedenken, dass die Menschen, die mit uns verbunden sind, wiederum mit vielen anderen Menschen verbunden sind - und so immer weiter, dann werden Sie begreifen, dass man überhaupt nicht nur von der Begegnung des einzelnen Menschen mit Gott sprechen kann, sondern dass man zugleich immer auch von der Begegnung aller Menschen, ja von der Begegnung der ganzen Menschheit und der ganzen Geschichte mit Gott sprechen muss. Ich formuliere deshalb als fünfte Aussage: Mit unserer eigenen persönlichen Welt ist die übrige Welt und die gesamte Geschichte untrennbar verknüpft. Im Tod tritt deshalb zusammen mit uns selbst die gesamte übrige Geschichte vor Gott hin. (Quelle: Gisbert Grehake, Gerhard Lohfink, Naherwartung – Auferstehung – Unsterblichkeit, Freiburg 1978, Textstelle von Gerhard Lohfink S. 195-19) 

Die Osterbotschaft: Ich liebe dich
Die Osterbotschaft verkündet: Auf dich, Mensch, wartet im Tod Gott, der dich von Herzen liebt. Der Tod ist nicht das Ende des Lebens, sondern die tiefe Begegnung mit Gott, der dich liebt, lange bevor du im Mutterschoß warst (vgl. Jeremia 1,5); die Begegnung mit dem Gott, der dich ins Leben rief und der dich durch dieses Leben führt, auch wenn du es oft nicht spürst; die Begegnung mit dem Gott, der dir treu bleibt und der seine Liebe zu dir nie widerruft, auch nicht im Tod. Gott widerspricht sich nicht. Wen Gott einmal ins Leben rief, den lässt er nicht fallen. Gottes Liebe hat keine Grenzen. Ein Gott, der eine Grenze in sich hat, wäre ein Widerspruch in sich selbst. Deshalb gilt das Wort des Propheten Jeremia: „Mit ewiger Liebe habe ich dich, Mensch, geliebt“ (Jeremia 31,3). Ostern verkündet die Botschaft, dass die Liebe Gottes stärker ist als der Tod. So sehr hat Gott seinen Sohn Jesus Christus geliebt, dass er ihn am Kreuz, an das ihn die Menschen genagelt hatten, und im Grab des Karsamstags nicht verkommen ließ: Ich liebe dich und lasse dich nicht fallen: Dich, Jesus Christus, meinen Sohn, nicht und dich, Mensch, seinen Bruder und seine Schwester nicht. An Ostern geht es um die Wahrheit der Liebe Gottes, ich lass euch nie allein. An Ostern geht es um die Botschaft, dass unsere tiefe Sehnsucht nach Liebe nicht ins Leere läuft. (Quelle: Gottes Liebe ist stärker als der Tod, Erzbischof Heiner Koch über die Bedeutung von Ostern, Berlin - 27.03.2016, abgerufen am 29.3.2016, http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/gottes-liebe-ist-starker-als-der-tod)                                                                                                                       

Die Worte des Gottessohnes hören
Auch richtet der Vater niemand, sondern er hat das Gericht ganz dem Sohn übertragen, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen. Amen, amen, ich sage euch: Die Stunde kommt und sie ist schon da, in der die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden; und alle, die sie hören, werden leben. Denn wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben in sich zu haben. (Johannes 5,22-26)

Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.
Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. … Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. (Matthäus 25,31.34-40)

 

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