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Ich lese die Bibel„Juhu! Ich lese die Bibel zu Weihnachten!“ sagen viele Menschen. Auch Toni Polster und David Alaba lieben sie. Die Bibel ist das meistgedruckte, am häufigsten übersetzte und am weitesten verbreitete Buch der Welt. Die komplette Bibel gibt es inzwischen in 484 Sprachen. Mit den in anderen Sprachen übersetzten Teilen der Heiligen Schrift liegen sogar in 2.551 Übersetzungen vor. Dies geht aus dem aktuellen "Scripture Language Report" von 2012 hervor. Jedes Jahr werden über 10 Millionen Bibeln gekauft. Kein anderes Schriftwerk fasziniert so sehr, wie es das Buch der Bücher tut.
Der Grund unseres Lebens (Gott) hat sich gezeigt und die Erfahrungen mit ihm wurden gesammelt und aufgeschrieben. Viele tausende Menschen hatten Erlebnisse mit Gott, erzählten diese Erfahrungen und lebten nach seinen Ratschlägen. Die Bibel besteht aus schönen Liedern, großen Briefen und spannenden Geschichten. Immer geht es um den Sinn des Lebens, den uns der Grund zeigt.

Die zwei Teile der Bibel

Die Bibel besteht aus zwei Teilen, aus dem Alten oder Ersten Testament und aus dem Neuen oder Zweiten Testament. Das Alte Testament besteht aus 46 Büchern und das Neue Testament aus 27 Büchern.

Das Alte Testament beginnt mit den 5 Büchern Mose (Tora): Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri und Deuteronomium.
Es folgen 16 Geschichtsbücher, 7 Weisheitsbücher und die Psalmen und 18 Prophetenbücher.

Das Neue Testament handelt von Jesus und beginnt mit den 4 Evangelien Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.
Bibel Es folgen die Apostelgeschichte, 21 Briefe und die Offenbarung des Johannes.
Es ist in Griechisch geschrieben. Tausende Wissenschaftler untersuchen seit hunderten von Jahren die Bibel, um herauszufinden, wie die Texte entstanden sind und welche Erfahrungen die verschiedenen Menschen mit Gott machten. Die großen Universitäten veröffentlichen die Ergebnisse ihrer Untersuchungen.

Die 46 Bücher des Alten Testamentes

Das Alte bzw. Erstes Testament ist die erste Botschaft Gottes an uns Menschen. Folgende Bücher gehören zum Alten Testament:

DIE FÜNF BÜCHER MOSES: Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri, Deuteronomium.

WEITERE 16 BÜCHER AUS DEM LEBEN DES VOLKES GOTTES: Josua, das Buch der Richter, Rut, das erste und das zweite Buch Samuel, das erste und das zweite Buch der Könige, das erste und das zweite Buch der Chronik, Esra, Nehemia, Tobit, Judit, Ester, das erste Buch und das zweite Buch der Makkabäer.

DIE 7 BÜCHER DER LEHRWEISHEIT ISRAELS: Ijob, die Psalmen, das Buch der Sprichwörter, Kohelet, das Hohelied, das Buch der Weisheit, Jesus Sirach.

DIE 18 BÜCHER DER PROPHETEN: Jesaja, Jeremia, das Buch der Klagelieder, Baruch, Ezechiel, Daniel, Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zefanja, Haggai, Sacharja, Maleachi.

Neue Einheitsübersetzung

Die Sprache und die Schrift

Biblia HebraicaDas Alte Testament ist Großteils in Hebräischer Sprache und Schrift verfasst. Nur Tobit, Judit, Weisheit, teilweise Makkabäer und Daniel sind in Griechisch abgefasst. In einigen Texten sind aramäische Wörter zu finden. Die jüngsten Ausgaben des hebräischen Textes folgen dem 1008 n Chr. in Kairo geschriebenen Codex Leningradensis der Leningrader Staatsbibliothek. Durch die Funde von Qumran konnte man sehen, dass die Texte sehr genau über die Jahrhunderte hinweg kopiert wurden.
Schon im 3. Jh. v. Chr. begann man in der jüdischen Gemeinde von Alexandrien (Ägypten) mit der Übersetzung der hebräischen Texte ins Griechische. Den 72 Übersetzern verdankt die Übersetzung ihren Namen Septuaginta - LXX.

Die Tora, der Pentateuch, die fünft Bücher Moses

Unter den geschichtlichen Büchern haben die ersten fünf, Genesis (Gen), Exodus (Ex), Levitikus (Lev), Numeri (Num), Deuteronomium (Dtn) eine besondere Bedeutung erlangt. Die fünf Buchrollen, der „Pentateuch“, die die Bibel eröffnen, sind für das Judentum die maßgeblichen göttlichen Weisungen, die sogenannte „Tora“.
In den Ereignissen von der Schöpfung bis zum Tod des Moses ist Israels Erwählung zum Volk Gottes begründet. Sie zeigt sich in der Erwählung der Erzeltern (Abraham, Isaak, Jakob.), in der Befreiung aus der Knechtschaft in Ägypten, bei der wunderbaren Führung durch die Wüste und gipfelt in der Offenbarung des Gotteswillens am Sinai. In einem jahrhundertelangen Entstehungsprozess sind mehrere Quellen in den Pentateuch eingearbeitet worden, bis er in der persischen Zeit (nach dem babylonischen Exil 597 v. Chr. – 538 v. Chr.) als zentraler Gesetzestext der jüdischen Gemeinde anerkannt wurde.

Vorschriften und Gesetze

Tora StudiumIn die erzählenden Abschnitte des Pentateuchs sind die für die Begründung der jüdischen Lebens- und Kultordnungen entscheidenden Vorschriften eingewoben. Das Deuteronomium (wörtlich „Das zweite Gesetz“) ist eine Überlieferungsgröße für sich. Es ist als Testament des Moses stilisiert, das er in seinen letzten Reden an seinem Todestag niedergelegt hat.

Jüdischer Gottesdienst in der Synagoge

Im jüdischen Sabbat-Gottesdienst in der Synagoge wird die ganze Tora innerhalb eines Jahres vorgelesen: Wochenabschnitte. Es braucht zehn Juden, um einen Sabbat-Gottesdienst zu feiern.
Im katholischen Gottesdienst sind die erste Lesung normalerweise aus dem Alten Testament, die zweite Lesung aus den neutestamentlichen Briefen und die dritte Lesung aus den Evangelien.

Die Bibel ist ein Gottesmedium

In anderen Religionen sind die Götterstatuen Medien für die Gottheit. Im Judentum ist die Bibel das Gottesmedium. Ähnlich ist im Islam der Koran das Gottesmedium. Im Christentum gibt es neben der Bibel Jesus, die Mitchristinnen und die Mitchristen Gottesmedien. Geformt sind die Gottesmedien auch in den Sakramenten Leib Christi, Blut Christi, Salbung, Handauflegung und Taufe. Das Christentum wird im Islam zu den Schriftreligionen wie das Judentum gerechnet, im Selbstverständnis der Christenheit ist sie eine Beziehungsreligion.

In der Bibel offenbart sich Gott.

Biblische Texte werden interpretiert und können nicht eins zu eins wörtlich übernommen werden. Der Heilige Geist kann die Leserin und den Leser leiten, aber genauso wichtig ist die historische Untersuchung der damaligen Zeit, in der der Text entstand. Dazu gehören die Fragen und der Glaube der jeweiligen Zeitgenossen und der Vergleich mit anderen Texten, die damals gelesen wurden. Viele Textstellen sind bedingt durch die damalige Zeit, sind heute nicht relevant oder als geschichtliche Dokumente der religiösen und kulturellen Veränderungen wichtig. Gott hat sich durch die geschichtlichen Ereignisse immer mehr als allumfassender, treuer und barmherziger Gott gezeigt. Die Bibel ist damit Gotteswort in Menschenwort.
Wenn Christinnen, Christen, Jüdinnen oder Juden die Bibel lesen, offenbart sich ihnen Gott persönlich. Sie erfahren einen Ruf Gottes.

Zum Überlegen

Offenbarung Gottes ist größer als das Geschriebene
Offenbarung ist „geschichtliches Handeln Gottes, in dem sich stufenweise Wahrheit enthüllt“. Somit „liegt Offenbarung (Gottes) der Schrift voraus und schlägt sich in ihr nieder, ist aber nicht einfach mit ihr identisch. Das aber heißt dann, dass Offenbarung immer größer ist als das bloß Geschriebene. Und das wieder bedeutet, dass es ein reines ‚Sola Scriptura’ (durch die Schrift allein) nicht geben kann, dass zur Schrift das verstehende Subjekt gehört, womit auch schon der wesentliche Sinn von Überlieferung gegeben ist.“
(Joseph Ratzinger, aus meinem Leben, zit in: Disputa, Ratzingers Habilitation, Über die unauflösliche Einheit von Schrift, Tradition und Kirche, S.41 http://vaticam.vatican-magazin.de/archiv/2009/10-2009/disputa_1009.pdf abgerufen 10.4.2016).

Unterschiedlichen Thesen zur Bibel

  1. Die Bibel beschreibt, wie Gott die Erde und die Menschen erschuf.
  2. Die Bibel ist ein Beziehungsbuch zwischen Gott und den Menschen.
  3. Nur die Bibel zeigt den Willen Gottes.
  4. Die Bibel beschreibt einen verschlungenen Weg durch die Geschichte.

(Thesen von Johannes Daxbacher, Autor der Themenfelder)

 

 

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