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Brot und WeinLukas schreibt in seiner Apostelgeschichte, wie die junge christliche Gemeinde nach der Auferstehung Jesu und dem Pfingstereignis lebten:

Sie hielten an der Lehre der Apostel fest
und an der Gemeinschaft,
am Brechen des Brotes
und an den Gebeten.
Alle wurden von Furcht ergriffen;
und durch die Apostel geschahen viele Wunder und Zeichen.
Und alle, die glaubten, waren an demselben Ort
und hatten alles gemeinsam.
Sie verkauften Hab und Gut und teilten davon allen zu, jedem so viel, wie er nötig hatte.
Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel,
brachen in ihren Häusern das Brot
und hielten miteinander Mahl in Freude und Lauterkeit des Herzens.
Sie lobten Gott
und fanden Gunst beim ganzen Volk.
Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten.

So steht es in der Apostelgeschichte des Lukas, Kapitel 2, Vers 42-47. Für das Mahl des Herrn wird hier der Ausdruck Brotbrechen verwendet. Dieses "Brot brechen" hat viele Bedeutungen: 
1. So wie Gott Mensch geworden wird, so wird Gott Brot.
2. Dieses Gottesbrot wird geteilt, damit es von allen Christinnen und Christen aufgenommen werden kann.
3. Dieses "Brechen" zeigt, dass der Gottessohn am Kreuz gebrochen stirbt.
4. Dieses Gottesbrot zeigt, dass nach dem Tod Menschen bei Gott ein Festmahl feiern.
5. Wenn Christinnen und Christen dieses Brot essen, werden sie zum Brot für andere.

Wie dieses Brotbrechen gefeiert wurde, beschreibt der Apostel Paulus:

Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut.
Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!
Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
(1. Brief an die Korinther 11,23–26).

In der katholischen Messe wird dieses Mahl jeden Tag, vor allem am Sonntag gefeiert. Nach dem Wortgottesdienst beginnt das Mahl mit der Gabenbereitung und dem Dankgebet. Nach dem Sanktus wird der Heilige Geist auf Brot und Wein herab gerufen, damit sie zum Leib und Blut des Gottessohnes Jesus Christus werden.
Der Priester spricht dann die Wandlungsworte:
Am Abend, an dem er ausgeliefert wurde und sich aus freiem Willen dem Leiden unterwarf, nahm er das Brot und sagte Dank, brach es, reichte es seinen Jüngern und sprach: Nehmet und esset alle davon: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.
Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch, dankte wiederum, reichte ihn seinen Jüngern und sprach: Nehmet und trinket daraus: Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis.

Das Brot wird zu einem Medium, wie eine Tür, durch die Gott zu den Christinnen und Christen kommt.
Es passieren jetzt drei Schritte:
1. Wenn sie das Gottesbrot essen, kommt Gott zu ihnen in ihr Herz. Sie merken, dass Gott sie liebt.
2. Alle versammelten Christen bilden jetzt den neuen Körper von Jesus Christus, den Corpus Christi. Ein Vergleich ist auch der Weinstock, dessen Äste jetzt die Christinnen und Christen sind.
3. Die Christinnen und Christen werden zu Medien, durch die Gottes Liebe zu den anderen kommt. Die Liebe Gottes kommt zu den anderen Christinnen und Christen und zu den Menschen, die außerhalb der Feier sind.

Als Zeichen dieser Liebe ist der Friedensgruß, der weitergegeben und gewünscht wird. 

Aufgabe:
1. Notiere, wie Lukas in der Apostelgeschichte das Leben der jungen Gemeinde beschreibt:

2. Schreibe auf, welche Bedeutung das Brotbrechen Jesus für Paulus hat:

3. Notiere den Ablauf des Mahles in der katholischen Messe:

4. Schreibe auf, welche Bedeutungen die Wandlungsworte haben:

5. Notiere die drei Schritte der Medien, durch die Gott zu den Menschen kommt: 

6. Schreibe auf, welche Wirkung die Liebe haben kann:

 

 

(Siehe auch in den Büchern Glaubensbuch 1, S. 100, 102, 132; Glaubensbuch 2, S. 76; Glaubensbuch 3, S. 102, Glaubensbuch 4, S. 121)

 

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