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  1. Klasse, 9: Die Heiligkeit des Körpers, des Leibes und der Seele

David von MichelangeloWir Menschen sind mit unserem Körper ein Teil der lebendigen Natur dieser Erde. Er arbeitet und bewegt sich unbewusst. Das Herz schlägt und Lunge und Brust atmen ohne dass wir es steuern müssen. Der KÖRPER speichert Erlerntes wie Gehen, Reden, Radfahren oder Schwimmen ab und ist schnell präsent. Alles, was wir mit unserem Körper erlebt haben, ist nach katholischer Auffassung im Himmel aufgehoben. Dies wird zum Unterschied vom Körper LEIB genannt. Die SEELE ist die unsichtbare Seite des Körpers. Sie ist für die Bewegung, die Gefühle, die Träume und die Reaktionen auf die Umwelt zuständig. Die Gedanken, die Sprache; der Verstand und die Ideen eines Menschen sind hingegen sein GEIST. Seele und Geist zusammen sind die unsichtbare Geistseele des Menschen. Auch sie wird für immer bei Gott aufgehoben. Nach dem Tod kommen alle Menschen ohne den verwesenden Körper (Leiche), aber mit Leib und Seele zu Gott. Die katholische Christenheit glaubt, dass der Leib jedes Menschen ein Tempel des Heiligen Geistes sein kann. Dieser Gottesgeist heiligt den Leib und die Seele des Menschen, wenn Menschen ihn in ihr Herz aufnehmen.
Es gibt ein Lied, das das Wohnen des Heiligen Geistes ausdrückt: „Wir sind hier zusammen in Jesu Namen, um dich zu loben, o Herr! (2x) Ehre dem Vater, Ehre dem Sohn, Ehre dem Heiligen Geist, der in uns wohnt. (2x) Halleluja, halleluja! (2x)“ http://www.youtube.com/watch?v=XiNT2tUd13Y

  1. Klasse, 9: Die Heiligkeit der Familie

Wir Menschen machen unterschiedliche Erfahrungen. Diese sind bei Frauen und Männern sehr verschieden. Buben wachsen wie Mädchen mit einer starken Mutterbindung auf, müssen sich aber an Männern in ihrer Umgebung, meistens am Vater, orientieren. Mädchen hingegen können sich sehr lange mit der Mutter identifizieren. Es gibt durch diese unterschiedlichen körperlichen und sozialen Erfahrungen zwei Welten: eine Frauenwelt und eine Männerwelt. Die Ehe ist die Verbindung dieser Welten. Es gibt viele Ziele einer christlichen Ehe. Einerseits die gegenseitige Hilfe von Frau und Mann in guten und schlechten Tagen, die anziehende Liebe im Eros, die Sexualität als Lust an den heiligen Körpern, die Zeugung und die gute Erziehung der Kinder. Eine gute Kultur der Ehe und der Familie besteht im gemeinsamen Essen, in wahrhaften Gesprächen, im gemeinsamen Wohnen, im gemeinsamen Arbeiten und in den gemeinsamen kulturellen Vergnügungen. Ziel der christlichen Ehe ist die ständige Treue bis der Tod Mann und Frau scheidet. Wenn dies nicht mehr möglich ist, gibt es die Trennung. Durch die Verbindung von Frauenwelt und Männerwelt gelingen immer wieder paradiesische Erfahrungen von guter und schöner Einheit. Gott gibt der Verbindung die Tiefe und die Verankerung. Er ist ja selber in sich Gemeinschaft und verstärkt die Liebe zwischen Mann und Frau.

  1. Klasse, 4: Die Beziehungskultur der Ehe

christliches paarWir Menschen machen unterschiedliche Erfahrungen. Die Ehe ist die Verbindung der Frauenwelt und der Männerwelt. Es gibt viele Ziele einer christlichen Ehe: Einerseits die gegenseitige Hilfe von Frau und Mann in guten und schlechten Tagen, die anziehende Liebe im Eros, die Sexualität als Lust an den heiligen Körpern, die Zeugung und die gute Erziehung der Kinder. Eine gute Kultur der Ehe und der Familie besteht im gemeinsamen Essen, in wahrhaften Gesprächen, im gemeinsamen Wohnen, im gemeinsamen Arbeiten und in den gemeinsamen kulturellen Vergnügungen. Ziel der christlichen Ehe ist die ständige Treue bis der Tod Mann und Frau scheidet. Wenn dies nicht mehr möglich ist, gibt es die Trennung. Durch die Verbindung von Frauenwelt und Männerwelt gelingen immer wieder paradiesische Erfahrungen von guter und schöner Einheit. Gott gibt der Verbindung die Tiefe und die Verankerung. Er ist ja selber in sich Gemeinschaft und verstärkt die Liebe zwischen Mann und Frau. Es bleibt die große Sehnsucht. Es wäre eine Tragödie, würde man die Erfüllung der großen Sehnsucht vom Anderen erwarten. Der Andere ist nicht Gott. Das Gespräch in der Ehe schärft aber die Sehnsucht. Info: www.christlichefamilie.at

  1. Klasse, 8: Eros im Christentum

Erotik und Bibel: Der erotischste Text der Bibel ist das „Hohe Lied“ (oder „Hohelied Salomos“), das als Hochzeitslied verwendet wurde, bzw. in dem viele Hochzeitslieder hineingeschrieben wurden. Es ist aber auch ein Symbol für die Liebe Gottes zu uns Menschen geworden. Es wurden Frauen und Männer mit ihren von Gott geschaffenen Körper beschrieben, die sich nach dem Geliebten oder der Geliebten sehnen: „Ich bin krank vor Liebe nach dir.“

Erotik und Mönche: Der Dichter und Priester Ernesto Cardenal beschreibt das Mönchsideal als „reine Leidenschaft“. Der Mönch ist dabei „nichts als Passion und Wahnsinn der Liebe“. Das gleiche gilt für die Nonne.

Erotik und Religion: Beide brauchen einander. Erotik ohne Religion ist seicht und oberflächlich. Religion ohne Erotik ist kalt und hart. Erotik braucht Religion, um nicht banal zu sein. Religion braucht Erotik, um die Sinne zu schärfen. Erotische Menschen sind oft tief religiös und religiöse Menschen sind oft tief erotisch. (Andrew Greeley)

Mann – Frau und Mensch – Gott: Wenn ich den Anderen liebe, sehe ich in ihm ein Geheimnis.
Dieses Geheimnis überschreitet schon das, was ich sehe.
Wenn ich Gott liebe, bin ich ausgerichtet auf die Weite, die jede Grenze überschreitet.

Zum Überlegen:

Zitat aus Genesis, dem ersten Buch Moses:
Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau und sie werden ein Fleisch. (Genesis 2,24)

Der Mensch ist ein Beziehungswesen
Ich glaube, auch in Zukunft wird ein großer Teil der Erwachsenen das Leben in einer dauerhaften Paarbeziehung anstreben, weniger aus ethisch-moralischen Erwägungen oder wegen gesellschaftlicher Leitbilder als vielmehr wegen der Beschaffenheit des Menschen selbst. Um das sichtbar zu machen, wird ein psychologischer Ansatz angewandt, der den Menschen als ökologisches Wesen, als Beziehungswesen begreift, das in der Auseinandersetzung mit Mitmenschen seine Kräfte entfaltet und strukturiert, das in Beziehungen seine Identität findet und seine Persönlichkeit entfaltet. Die tiefste und persönlichste Beziehungserfahrung im Erwachsenenleben ist die Liebesbeziehung. (Quelle: Jürg Willi, Was hält Paare zusammen? Der Prozess des Zusammenlebens in psycho-ökologischer Sicht. Hamburg 1991, S. 326)

Zitat aus Genesis, dem ersten Buch Moses:
Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. (Genesis 1,27)

EheChristliche Eheleute gelangen zur eigenen Vervollkommnung und zur Verherrlichung Gottes
Christus der Herr hat diese Liebe, die letztlich aus der göttlichen Liebe hervorgeht … in reichem Maße gesegnet. Wie nämlich Gott einst durch den Bund der Liebe und Treue seinem Volk entgegenkam, so begegnet nun der Erlöser der Menschen und der Bräutigam der Kirche durch das Sakrament der Ehe den christlichen Ehegatten. Er bleibt fernerhin bei ihnen, damit die Eheleute sich in gegenseitiger Hingabe und ständiger Treue lieben, so wie er selbst die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat. Echte eheliche Liebe wird in die göttliche Liebe aufgenommen und durch die erlösende Kraft Christi und die Heilsvermittlung der Kirche gelenkt und bereichert, damit die Ehegatten wirksam zu Gott hingeführt werden und in ihrer hohen Aufgabe als Vater und Mutter unterstützt und gefestigt werden. So werden die christlichen Eheleute in den Pflichten und der Würde ihres Standes durch ein eigenes Sakrament gestärkt und gleichsam geweiht. In der Kraft dieses Sakramentes erfüllen sie ihre Aufgabe in Ehe und Familie. Im Geist Christi, durch den ihr ganzes Leben mit Glaube, Hoffnung und Liebe durchdrungen wird, gelangen sie mehr und mehr zu ihrer eigenen Vervollkommnung, zur gegenseitigen Heiligung und so gemeinsam zur Verherrlichung Gottes.

(Quelle: Zweites Vatikanische Konzil, Gaudium et Spes, 48, http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html, abgerufen 3.4.2016)

These:
„Die Gottesbeziehung kann in einer Ehebeziehung hilfreich sein.“ (Johannes Daxbacher, Autor der Themenbereiche)

Das Hohelied Salomos.
Mit Küssen seines Mundes bedecke er mich. / Süßer als Wein ist deine Liebe.
Der Geliebte ist mein / und ich bin sein; / er weidet in den Lilien.
Des Nachts auf meinem Lager suchte ich ihn, / den meine Seele liebt. / Ich suchte ihn und fand ihn nicht. Da fand ich ihn, den meine Seele liebt. Ich packte ihn, ließ ihn nicht mehr los, / bis ich ihn ins Haus meiner Mutter brachte. …
Ich schlief, doch mein Herz war wach. / Horch, mein Geliebter klopft: Mach auf, meine Schwester und Freundin, / meine Taube, du Makellose! Mein Kopf ist voll Tau, / aus meinen Locken tropft die Nacht.
Ich habe mein Kleid schon abgelegt - / wie soll ich es wieder anziehen?
Mein Geliebter streckte die Hand durch die Luke; / da bebte mein Herz ihm entgegen.
Ich stand auf, dem Geliebten zu öffnen. / Da tropften meine Hände von Myrrhe am Griff des Riegels.
Ich öffnete meinem Geliebten: / Doch der Geliebte war weg, verschwunden. / Mir stockte der Atem: Er war weg. Ich suchte ihn, ich fand ihn nicht. / Ich rief ihn, er antwortete nicht.
Meinem Geliebten gehöre ich / und mir gehört der Geliebte, / der in den Lilien weidet.
Wie schön sind deine Schritte in den Sandalen, / du Edelgeborene. Deiner Hüften Rund ist wie Geschmeide, / gefertigt von Künstlerhand.
Dein Schoß ist ein rundes Becken, / Würzwein mangle ihm nicht. Dein Leib ist ein Weizenhügel, / mit Lilien umstellt.
Deine Brüste sind wie zwei Kitzlein, / wie die Zwillinge einer Gazelle.
Dein Hals ist ein Turm aus Elfenbein. / Deine Augen sind wie die Teiche zu Heschbon / beim Tor von Bat-Rabbim. Deine Nase ist wie der Libanonturm, / der gegen Damaskus schaut.
Dein Haupt gleicht oben dem Karmel; / wie Purpur sind deine Haare; / ein König liegt in den Ringeln gefangen.
Wie schön bist du und wie reizend, / du Liebe voller Wonnen!
Wie eine Palme ist dein Wuchs; / deine Brüste sind wie Trauben.
Ich gehöre meinem Geliebten / und ihn verlangt nach mir.
Komm, mein Geliebter, wandern wir auf das Land, / schlafen wir in den Dörfern.
Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz, / wie ein Siegel an deinen Arm! Stark wie der Tod ist die Liebe, / die Leidenschaft ist hart wie die Unterwelt. Ihre Gluten sind Feuergluten, / gewaltige Flammen.
Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen; / auch Ströme schwemmen sie nicht weg. Böte einer für die Liebe den ganzen Reichtum seines Hauses, / nur verachten würde man ihn.
(Das Hohelied 1,1-2; 2,16; 3,1.4; 5,2-6; 6,3; 7,2-8.11-12; 8,6-7)

Der Eros in der christlichen Ehe
Es gibt gerade in der christlichen Ehe (und vielleicht nur in ihr) die Stelle, wo der geschlechtliche Vollzug, das Spiel von Frau und Mann, in die ursprüngliche Freiheit, Spontaneität und Göttlichkeit des Eros eingerückt wird. So merkwürdig das klingt: Eben das Göttliche ist im Gedanken des Sakraments der Ehe enthalten und mehr noch: gewahrt. Dabei ist auszugehen von der Ursprungsbedeutung jedes Sakraments, das im sinnlichen Zeichen Gott, die unsichtbare Gnade, gegenwärtig setzt. Im Vollzug der geschlechtlichen Einung, im Vollzug der Liebe gerade auf ihrer leiblichen Ebene, findet die Epiphanie (Offenbarwerden) Gottes statt. Nicht der Priester spendet jenes Sakrament, sondern die beiden Liebenden lassen Gott erscheinen im Akt ihrer geschlechtlichen Vereinigung als dem sinnlichen Zeichen seiner wundervollen Präsenz. (Aus: Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Eros, Glück, Tod, Gräfelfing, 2001, S. 19)       

Nichtehelicher Partnerschaften und die möglichen Auswirkung auf die Beziehung zwischen Gott und den Menschen
Die gegenwärtige Individualisierung von Lebensläufen steht der Stabilität von Lebensgemeinschaften entgegen. Ich glaube, dem Dilemma kann sich niemand entziehen, dass mehr Ungebundenheit mit weniger familiärer Gemeinschaft einhergeht, häufigerer Partnerwechsel mit Mangel an stabiler Geborgenheit verbunden ist, wiederholte Auflösungen von Lebensgemeinschaften zur Zersplitterung der inneren und äußeren Behausung führen, häufiges Abbrechen eines gemeinsamen Weges der eigenen Geschichte wenig Kontinuität ermöglicht und das Sichfreihalten von unwiderruflichen Bindungen das Fruchtbarwerden erschwert.
(Quelle: Jürg Willi, Was hält Paare zusammen? Der Prozess des Zusammenlebens in psycho-ökologischer Sicht. Hamburg 1991, S. 327)

Weiterführende Literatur: a) Die Heiligkeit des weiblichen bzw. männlichen Körpers (Leib und Psyche) (6. Klasse S. 142), b) Ehepartner leben die Berufung zur Ehe (7. Klasse S. 66)

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