Religionsunterricht am Goethe-Gymnasium Wien

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Start 8. Klasse 1.c Weihnachtsgeheimnis Mit der Geburt Jesu bricht eine neue Zeit an

Mit der Geburt Jesu bricht eine neue Zeit an

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Die Geburt des GottessohnesMit der Geburt Jesu ist eine neue Zeit angebrochen, in der Angst, Not und Verzweiflung nicht mehr das letzte Wort haben.

Mit den Ereignissen um Jesus begann eine Epoche, in der Gott ein Licht in der Finsternis entzündet und dem Frieden, der Gerechtigkeit und der Liebe zum Durchbruch verhilft.

In diesem „Reich Gottes“ werden die Armen beschenkt, die Unbedeutenden werden bedeutend und die Mächtigen werden gestürzt. Gott selber wird Mensch, als Mensch geboren und er zeigt sich uns.

 

Die ersten Christinnen und Christen erzählten von der Geburt eines jüdischen Jungen, der der einzigartige Sohn Gottes ist, in Betlehem geboren wurde und bei seinen Eltern Maria und Josef in dem Dorf Nazaret in der Provinz Galiläa aufwuchs. Maria war noch sehr jung und wurde vom Engel Gabriel gefragt, ob sie bereit sei, den Sohn Gottes auf die Welt zu bringen. Josef war Zimmermann und war nach längerem Zögern auch bereit, den Sohn Gottes zu adoptieren.

Der Junge bekam den Namen Jeschua (Gott rettet) im Griechischen „Jesous“. Er lernte in der Synagoge in Nazaret die jüdische Bibel (das christliche Alte Testament) kennen. Er sprach wie viele Juden damals auch Griechisch. Verwandt war er mit Johannes, dem Täufer, dessen Eltern Elisabet und Zacharias erst im hohen Alter ihren Sohn bekamen, der später am Jordan zur Umkehr aufrief und den Messias ankündigte.

Der Zeitpunkt der Geburt war vor dem Todesjahr des Herodes des Großen, dem Jahr 4 vor Christus. In der Christenheit war das Todesjahr von Herodes bekannt. Einen Berechnungsfehler machte Dionysius Exiguus, der nach 400 n. Chr. das Osterfest berechnete und dabei eine christliche Chronologie aufstellte. Für das Jahr 1 verrechnete er sich um 4 Jahre, weil er die 4 Jahre von Kaiser Gaius Octavius Augustus nicht beachtete, als dieser noch nicht den Ehrentitel Augustus hatte. (Dieser besiegte seinen Gegner Marc Anton 31 v. Chr.) Das brachte es mit sich, dass Jesus 4 Jahre „vor Christus“ geboren wurde.

Zu einer Steuerzählung mussten Maria und Josef nach Betlehem, wo sie ererbten Besitz hatten. Für solch eine Steuerzählung musste man zweimal anreisen. Zuerst zur Zählung und nach ein oder zwei Jahren zur Steuerabgabe. Es kann sein, dass Quirinius, ein Steuerexperte, König Herodes bei der Steuerzählung half. Die Stadt Betlehem war überfüllt und Maria und Josef mussten im Stall übernachten. Maria gebar ihr Kind und nannte es Jesus. Jüdische Hirten kamen und sahen im Kind den erwarteten Retter.

Nichtjüdische Sterndeuter kamen und brachten dem Kind Geschenke. Vermutlich kamen sie von der babylonischen Sternwarte Sippar am Euphrat, die für das Jahr 7 v. Christus die Begegnung von Jupiter und Saturn im Sternbild des Fisches berechnet hatten. Auch Johannes Kepler hatte diese seltene Sternkonstellation berechnet und darin den Stern von Betlehem erkannt. Jupiter weist auch öfters mit einem Zodiakallicht auf die Erde. Es ist ein kegelfömiger Lichtstrahl, dem die Sterndeuter folgen konnten. Dieser war nach Angaben der Astronomen zwischen dem 12. und 23. November im Jahr 7 v. Chr. zum dritten Mal zu sehen. Jupiter war der Königsplanet, Saturn der Planet Israels und das Sternbild des Fisches zeigt den Erlöser, den Messias.

Zu jener Zeit war Augustus Kaiser in Rom und Herodes („der Große“) von den Römern abhängiger König von Judäa. Herodes der Große glaubte überall Feinde zu haben. Er ließ 9 Verwandte und Vorfahren seiner Frau Herodias hinrichten, darunter ihren Vater Aristobulos, ihre Großmutter Mariamne, ihre Urgroßmutter Alexandra, ihren Urgroßvater Hyrkanos II, ihren Onkel Alexandros, ihre zwei Großonkel Aristobulos III und Kostobar und 2 weitere Hyrkanosverwandte. Im Jahr 7 vor Christus ließ er zwei seiner Söhne hinrichten, aber auch zahlreiche Pharisäer, die eine Prophezeiung von einem messianischen König äußerten. In der gleichen Zeit wurden in Aschkelon 200 Jungen ermordet. Aus Angst vor einem möglichen Rivalen ließ Herodes in Betlehem alle Knaben bis 2 Jahren ermorden.

Josef, Maria und Jesus entkamen und flohen nach Ägypten, von wo sie nach dem Tod von Herodes wiederkehrten und sich in Nazaret wieder niederließen. Nazareth hat auch die Bedeutung von Spross. Die christlichen Juden erkannten darin die Prophezeiung des Jesaia: Aus dem Baumstumpf wächst ein Spross, der Messias, der Retter und Wundertäter.