Religionsunterricht am Goethe-Gymnasium Wien

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1.7 Maria

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Maria aus NazaretMaria, die Mutter Jesu war eine junge jüdische Frau. Ihre Eltern waren Anna und Joachim.

Geboren unter Herodes dem Großen, ca. 19 vor Christus.

Ihre Eltern Joachim und Anna waren lange kinderlos und als Joachim opfern wollte, weigerte sich der Priester, das Opfertier eines Kinderlosen anzunehmen. Joachim war bei seinen Herden, als ihm von einem Engel mitgeteilt wurde, er werde doch ein Kind bekommen. Er wurde aufgefordert, seine Frau an der Goldenen Pforte in Jerusalem zu treffen. Anna betrachtete gerade traurigen Herzens einen Vogel, der sich um seine Jungen kümmerte, als ein Engel ihr mitteilte, dass sie ein Kind bekomme und Joachim beim Goldenen Tor treffen solle. Beide trafen sich dort und bekamen ein Kind, dem sie den Namen Miriam, auf Lateinisch Maria, gaben.

Wir feiern dies am 8. Dezember, Mariä Empfängnis. Maria wurde von Anna und Joachim gezeugt. 9 Monate später, am 8. September ist Mariä Geburt (... die Schwalben fliegen furt).

Anna unterrichtete sie sorgfältig und ging mit ihr auch in den Jerusalemer Tempel, wo sich der Vorhof der Frauen befand. Dort beteten sie und Anna lehrte ihre Tochter.

Mit 14 Jahren verlobte sich Maria mit Joseph. Dabei ließ sich eine Taube auf dem Holzstab von Josef nieder.

 

In dieser Zeit kam ein Engel zu Maria und begrüßte sie mit: „Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.“ Es war Erzengel Gabriel, der Maria fragte, ob sie den Sohn des Allmächtigen gebären will. Sie fragte, wie das geschehen solle, da sie ja keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: „Der Heilige Geist (hebräisch „die Ruach“) wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.“

Gabriel erzählte Maria auch von ihrer Cousine Elisabeth, die im hohen Alter noch ein Kind erwartete. Maria sagte: „Ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe, wie du gesagt hast.“

Maria besuchte Elisabeth in einer Stadt im Bergland von Judäa. Elisabet war im sechsten Monat schwanger und begrüßte Maria, wobei ihr Kind im Bauch hüpfte.

Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

Maria hingegen rief zu Gott: „Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“

Ein Engel kam auch zu Josef, der ihn aufklärte, dass seine Verlobte ein Kind vom Heiligen Geist bekommt. Er freute sich sosehr, dass der Stab, den er in der Hand hielt, zum Blühen anfing. Der Engel gab ihm den Auftrag, das Kind Jesus zu nennen, denn er wird sein Volk erlösen.

Wegen einer Volkszählung mussten sie nach Betlehem, wo Josef ein Grundstück besaß. Für Maria kam die Zeit der Geburt. Sie mussten in einem Stall übernachten. Das Kind wickelte sie in Windeln und legte es in eine Futterkrippe.

Hirten lagerten in der Nähe und ein Engel rief sie, nach Betlehem zu gehen und ein Kind zu suchen, das in Windeln in einer Krippe liegt. Auch sahen sie einen großen Engelchor, der Gott lobte und pries. Die Hirten liefen hin, fanden das Kind mit Maria und Josef und erzählten, was sie erfahren haben. Maria bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.

Als das Kind am 8. Tag beschnitten wurde, gaben Maria und Joseph ihm den Namen Jesus. Sie gingen auch in den Tempel, um Jesus zu weihen und Maria opferte, um sich von der Geburt zu reinigen, zwei Tauben.

Sterndeuter aus dem Osten kamen und brachten Weihrauch, Gold und Myrrhe. Sie erzählten von Herodes, dem Großen, dass das Kind in Gefahr ist.

Maria und Josef beschlossen, nach Ägypten zu fliehen. Nach einiger Zeit kehrten sie mit Jesus nach Nazaret zurück. Als Jesus 12 Jahre alt wurde, ging Maria mit ihm und Josef wie jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem. Am Rückweg mit vielen Pilgern und Verwandten fanden sie ihn nicht. Erst als sie in den Tempel gingen, fanden sie ihn, wo er den Lehrern zuhörte und Fragen stellte. Alle waren erstaunt über sein Verständnis und seine Fragen.

Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen und Maria sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?