Religionsunterricht am Goethe-Gymnasium Wien

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Start 7. Klasse 7. Weihnachten Herodes der Große

Herodes der Große

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Herodes der Große 73-4 v. Chr.König Herodes der Große war Herr über ein riesiges Land. Es reichte vom Libanon bis zu südlichen Toten Meer. Als Halbjude war er darauf bedacht, die Juden nicht zu verärgern. Er ließ den Tempel in Jerusalem ausbauen, um sich die Freundschaft der Priester und Reichen zu sichern. Aber die gesetzestreuen Pharisäer und die Gruppen, die den Messias erwarteten, blieben distanziert und rebellisch. Seine Herrschaft war abhängig von den Römern.
Er war äußerst argwöhnisch und sehr grausam. Fünfundvierzig Gegner ließ er am Beginn seiner Herrschaft umbringen. Bei Wasserspielen ließ er seinen Schwager ertränken. Herodes befahl, falls er sterben solle, seine Frau, die er abgöttisch liebte, umzubringen. Auch einen anderen Schwager ließ er hinrichten, ebenso den Großvater seiner Frau, den Hohenpriester Hyrkanus.
Durch geschicktes Taktieren erhielt er die Länder, die ihm Kleopatra genommen hatte, nach ihrem Selbstmord wieder zurück. Seine zweite Frau ließ er umbringen, ebenfalls ihre zwei Söhne. Verleumdungen verursachten auch den Tod eines weiteren Herodessohnes. Da paßt die Geschichte vom Mord an den Knaben in Betlehem. Ob er wirklich stattgefunden hat, streiten sich die Historiker. Aber der Mord paßt zum argwöhnischen Herodes.
Für anständige Juden war es eine Gotteslästerung, dass Herodes fremde Sterndeuter befragte. Für ihn war es ein Schock, als sie das Ende seiner Herrschaft voraussagten. Sie sprachen offen von einem neuen König der Juden.
Herodes ließ alle Jungen in Betlehem bis 2 Jahren töten Auf Betlehem schauten die Juden, weil in ihren geheimnisvollen Schriften diese Stadt Geburtsort von David war und der Messias ein Nachkomme Davids sein soll - oder wenigstens in Betlehem geboren werden soll.
Die Bedrohung, die von Jesus für die zwei jüdischen Könige ausging, kann man schon in diesen Kindheitsgeschichten Jesu erkennen. Seine Eltern mussten vor Herodes dem Großen nach Ägypten fliehen. Sie kehrten erst zurück, als Herodes starb.
Nach dem Tod Herodes des Großen (4 vor Chr.) zerfiel das Reich und nur einer seiner Söhne konnte einen kleinen Landstrich, Galiläa, längere Zeit weiter verwalten. Er nannte sich Herodes Antipas und verfolgte den erwachsenen Jesus mit seinen Spitzeln.