Religionsunterricht am Goethe-Gymnasium Wien

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Start 6. Klasse 1.a Lebens- und Gotteserfahrung 1.1 Bildinterpretation Rothko

1.1 Bildinterpretation Rothko

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Maler Rothko mit dem Bild Nr. 2 Das Bild „No. 2“ und die religiöse Tiefe

(Bildinterpretation zu No.2 von Mark Rothko auf der Seite 5 im Schulbuch der 6. Klasse, Kapitel: „Die Vielfalt biblischer Gottesbilder“)

Mark Rothko malte 1953 das Bild „No.2“. Mit seinem ab 1949 entstehenden Hauptwerk gehört Mark Rothko (1903 – 1970) zu den bedeutendsten Repräsentanten des Abstrakten Expressionismus und der lyrischen Farbfeldmalerei. Er bekannte: „Bilder müssen geheimnisvoll sein." Wie hat er das umgesetzt?

 Wie könnte Mark Rothko das Bild gemalt haben? Er zog eine Leinwand auf einen Rahmen auf, färbte sie mit Schwarz ein und trug in der unteren Bildhälfte Blau so auf, dass der Rand frei blieb, im unteren rechten Eck das dunkle Schwarz stärker durchscheint und das Feld ein Rechteck darstellt. Darüber trug er drei Rechteckige Flächen Gelb auf, die nach oben an Intensität abnehmen. Der schwarze Rand bleibt auch hier erhalten, ist aber rechts und links größer als beim blauen Feld, sodass die gelben Felder auf dem blauen Feld wie auf einem Fundament aufsetzen. Das unterste gelbe Feld, ein langgezogenes, waagrechtes Band, überstreicht er mit Orange, wobei die unteren und oberen Ränder intensiv gelb bleiben.

Da die untere Fläche dunkel ist, wirkt das Orange und das Gelb wie ein Sonnenuntergang, bei dem die Sonne orange versinkt und den Himmel gelb erstrahlen lässt. Das Blau kann als Wasser gesehen werden, das bis zum Horizont reicht. Wasser, Himmel und weiter Horizont ergeben eine Öffnung eines Raumes, der sich ins Grenzenlose erweitert.

Das Schwarz des Randes gibt dem Bild etwas Ernstes und Beengendes, das die Begrenzung, auch die Todesgrenze in den Blick rückt.

Das obere gelbe Feld ist zweigeteilt, in ein gelbes Band als unteren Teil und in eine große Fläche im oberen Teil. Es ergibt sich dadurch ein doppelter Horizont, eine Spiegelung des unteren Horizontes. Die obere Fläche fasert nach oben links so aus, als ob gelbe Wolken am Himmel stehen würden.

Das Bild zeigt einerseits den zweiten Satz der Bibel: „Die Geistin Ruach schwebte über dem Urwasser.“ Andererseits kann es als Aufweckungsmorgen gesehen werden, als die JüngerInnen bemerkten, dass Jesus von den Toten auferstanden ist.

Wie erklärst du dir das Bild?