Religionsunterricht am Goethe-Gymnasium Wien

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1.15 Don Bosco

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Johannes Don BoscoJohannes Melchior Bosco (ital. Giovanni Melchiore Bosco) wurde am 16.August 1815 in Becci, einem kleinen Ort in der Nähe von Turin, geboren. Seine Eltern Franz und Margarethe waren tief religiöse, arme Bauern aus dem Piemont. Sein Vater heiratete nach dem Tod seiner Frau noch einmal. In dieser zweiten Ehe wurde Johannes und sein Bruder Josef geboren.

Traum

Als Johannes 2 Jahre alt war, starb sein Vater. Das war ein schwerer Schicksalsschlag für die Familie. Johannes musste auch deswegen schon sehr früh tatkräftig auf dem Hof mithelfen. Mit neun Jahren hatte er einen Traum. Darin erkannte er seine Berufung, sich um die Jugend zu kümmern. In diesem Alter hatte er auch schon seine Anziehungskraft auf Kinder und Jugendliche erkannt.

Zaubertricks

Was Giovanni in seinen Kindertagen lernte, waren praktische Kenntnisse, auch über die Bauernarbeit hinaus. Er schaute den fahrenden Gauklern viele Zaubertricks und akrobatische Kunststücke ab, die er nach zähem Training rasch beherrschte. Er fertigte Vogelkäfige und Strohhüte an, sammelte Kräuter und Pilze, um mit dem Erlös Geräte für seine Zaubertricks zu kaufen. Er gab regelrechte Vorstellungen vor Publikum, die er unterbrach, um den Zuschauern Jugendlichen wie Erwachsenen kleine Predigen zu halten, mit ihnen zu beten und zu singen.

Schule

Nachdem er zwei Jahre lang die Schule besucht, und dort lesen und schreiben gelernt hatte, wurde er Stallknecht auf einem großen Bauerngut. Damals wusste er schon, dass er Priester werden wolle. Onkel Michele ermöglichte ihm dann bei einem alten Priester Latein zu lernen (1929). Als dieser jedoch starb wurde es schwer für Johannes, da er nun nicht mehr weiterstudieren konnte und außerdem seinen zum Freund gewordenen Lehrer verloren hatte. Er fühlte sich alleingelassen und hatte nun niemanden mehr dem er sich anvertrauen konnte.

Schneiderlehre

Im folgenden Jahr, 1830, Giovanni war 15 Jahre alt, konnte Mutter Margherita endlich ihrem Stiefsohn Antonio sein Erbteil ausbezahlen; er verließ die Familie für immer. Von dieser Zeit an unterstützte die Mutter mit allen Kräften Giovannis Pläne. Er übersiedelte ins nächstgelegene Dorf Castelnuovo zu einem Schneider und arbeitete neben den Lateinstunden als dessen Lehrling.

Gymnaium

Dann konnte er aber 1931 endlich das Gymnasium in Chieri besuchen. Hier bestritt er seinen Lebensunterhalt als Hausdiener und Nachhilfelehrer bei der Familie. die ihn beherbergte. Ferner erlernte er das Konditorhandwerk, arbeitete als Schneider, Kellner und Schmied. Das Schulgeld wurde dem Hochbegabten bald erlassen, so dass er auch Zeit fand, sich mit Literatur und Musik zu befassen. Johannes lernte viel und schnell und war bei Lehrern wie bei seinen Mitschülern sehr beliebt und geachtet. Seine Persönlichkeit konnte sich in seiner Gymnasialzeit sehr gut entfalten und er schloss langlebige Freundschaften mit einem Juden namens Jonas und Alois Comollo, einem Mitschüler, der wiederum Johannes sehr beeinflusst.

Priesterseminar

1935 trat er in das Priester-, Diözesanseminar in Chieri ein, zu dem er sich berufen fühlte. Im Großen und Ganzen war er dort zufrieden, was ihn jedoch störte, war die große Distanz zwischen den Seminaristen und den Oberen. In dieser Zeit hatte er auch Problemen mit sich selbst. Da Johannes das Priesteramt sehr genau nahm, fragte er sich inwiefern er seine weltlichen Angewohnheiten zurückstellen müsse und er seinen lebhaften Charakter zurückhalten müsse. Er erkannte dann aber, dass es gar nicht nötig ist das zu tun, dass es etwas ganz Natürliches ist und auch im Priesteramt hilfreich sein kann.

Bund der Fröhlichen

In Chieri gründete er den Bund der Fröhlichen, einen Freundeskreis, der sich verpflichtete, keine schlechten Reden anzuhören geschweige denn zu führen, die religiösen und schulischen Verpflichtungen ernst zu nehmen und gemeinsam die Freude zu pflegen.

Priester und Kaplan

1841 wurde Johannes in Turin zum Priester geweiht. Er war dann fünf Monate in seinem Heimatdorf Kaplan wobei es ihm sehr viel Spaß machte die Kinder Katechismus zu lehren.

Kontakt mit Jugendlichen

Er ging dann nach Turin wo er das Institut für Priesterfortbildung besuchte. Dort fehlt es ihm jedoch stark an Kontakt zum Volk. Deswegen suchte er den Kontakt mit den Jugendlichen und Kindern in der Stadt, die aufgrund der schwierigen Situation jener Zeit (beginnende Industrialisierung) vom Land in die Stadt Turin gekommen sind und dort sozial entwurzelt, arbeitslos, ungebildet oder straffällig geworden waren. Johannes wollte diesen Jugendlichen helfen die auf der Strasse lebten und auch oft Waisenkinder waren.

50 junge Burschen

Bei einer Begegnung in einer Sakristei am 8. Dezember 1841 gewann er das Vertrauen eines Waisenjungen, der zum nächsten vereinbarten Treffen bereits sechs Freunde mitbrachte. Nach einem Vierteljahr waren es schon fünfzig junge Burschen, die sich Don Bosco anschlossen, kurz darauf achtzig. Er unterrichtete sie, suchte Arbeitsplätze, spielte und musizierte mit ihnen. Wo immer er aber eine Bleibe oft unter freiem Himmel für die zunächst nur an Sonntagen stattfindenden Treffen organisiert hatte, wurde er von misstrauischen Nachbarn und den Behörden vertrieben. Auch die Geistlichkeit unterstützte seine Bemühungen nicht, denn er benahm sich nicht "standesgemäß", zog mit inzwischen fünfhundert Jugendlichen herum und halste sich nach Meinung seiner Mitbrüder zuviel aussichtslose Arbeit auf. Des Wahnsinns verdächtigt, konnte er sich nur mit Hilfe eines Tricks einer gewaltsamen Einweisung in eine Nervenheilanstalt entziehen.

Wohnheime und Werkstätten

1846 erwirbt er in Turin im Vorort Valdocco einen alten Schuppen, der die Keimzelle seines Jugendwerkes bildet. Er träumt von einem „Oratorium“, einem Gebetszentrum. Er sammelte diese jungen Menschen, gründete Wohnheime  und Werkstätten und sorgte sich um ihre schulische, berufliche und sittlich-religiöse Bildung. Doch dessen rastlose Arbeit forderte ihren Tribut: 1846 war er völlig erschöpft und erkrankte lebensgefährlich. Vor dem Spital bildeten sich Schlangen von jungen Menschen, die ihn noch einmal sehen wollten. Auf der Straße und in einer Wallfahrtskirche beteten sie in Tag-und-Nacht-Schichten für seine Genesung. Er wurde wieder gesund.

Übernachtungsheime

Nach einem Vierteljahr der Erholung in Becchi folgte ihm seine Mutter, „Mamma Margherita“, nun 58 Jahre alt, nach Turin, um zu helfen. Aus einzelnen Schlafstellen für heimatlose Jugendliche entstand ein Übernachtungsheim. Die vielen Jugendlichen mussten verpflegt, ihre Kleidung geflickt oder neu geschneidert werden. Die tüchtigsten unter seinen Schülern bildete Don Bosco zu Assistenten und Lehrern aus. Auch Priester und Laien waren zur Mitarbeit bereit. Auf dem inzwischen vergrößerten Grundstück wurden neue Bauten errichtet: eine Abendschule, ein Gymnasium, eine Gewerbeschule und die eigene Kirche, ein lang gehegter Wunschtraum. Die Finanzierung war dabei nicht nur ein Problem, sie stand meist am Rand der Katastrophe. Doch immer wieder fanden sich Geldgeber, konnten bescheidene Erträge erwirtschaftet werden. Don Boscos Druckerei sorgte für die Verbreitung seiner Schriften. Außer Erzählungen und Lustspielen schrieb er eine Geschichte Italiens, Werke zur Kirchengeschichte, über Heilige, über Weinbau und das damals neu eingeführte Dezimalsystem. Don Bosco legte selbst die Richtlinien für die Ausbildung von Lehrlingen fest, nach denen später eigene Handwerksmeister die von ihm begonnene Lehrtätigkeit ausübten.

 Der kluge Junge

Die Werkstätten ließ er mit den damals modernsten Maschinen und Geräten ausstatten, besonders die Druckerei. Sein Buch "Der kluge Junge" wurde ein Bestseller, der noch zu Don Boscos Lebzeiten eine Auflage von über sechs Millionen Exemplaren erreichte, die Übersetzungen in andere Sprachen nicht eingerechnet. Don Bosco war Leiter der "Gesellschaft zur Verbreitung katholischer Bücher" und Gründer der "Italienischen Jugendbibliothek".

Feinde

In jenen unruhigen Jahren seit 1848, als in der Provinz Piemont die Landflucht einsetzte und sich Turin zu einem industriellen Ballungsraum entwickelte, als Italien der politischen Vereinigung zustrebte, verschärfte sich der Gegensatz zwischen Staat und Kirche; Don Bosco und sein Werk waren Anfeindungen beider Seiten ausgesetzt. Mehrere Überfälle und Mordanschläge wurden auf ihn verübt, denen er jedoch immer entkam.

Güte statt Strenge

Don Bosco war überzeugt, dass man jungen Menschen, insbesondere den vernachlässigten unter ihnen, nicht mit Strenge, sondern mit Güte begegnen muss. "Nicht mit Schlägen, sondern mit Güte und Liebe wirst Du diese zu Deinen Freunden machen“, sagte Maria im Traum dem 9-jährigen Giovanni Bosco.

 Gründung der Salesianer

Für seine erzieherische Aufgabe gewann er Mitarbeiter und gründete 1859 die „Gesellschaft des hl. Franz von Sales“ (Società di S. Francesco di Sales) heute Salesianer Don Boscos (SDB) genannt, die 1874 von Papst Pius IX. anerkannt wurde. Sie erhielt ihren Namen nach dem Bischof von Genf, Franz von Sales (1567-1622), dessen liebenswürdige, weltoffene und frohe Art ihm Vorbild für seine Erziehungs- und Seelsorgearbeit war.

Gründung der Salesianerinnen

Zusammen mit Maria Domenica Mazzarello gründete er die Vereinigung der "Töchter Mariä der Hilfe der Christen" (Figlie di Maria Ausiliatrice) - heute Don Bosco Schwestern.

Ausbreitung

Ziel beider Vereinigungen blieb die Erziehung und Fürsorge für arme und benachteiligte Jugendliche. Bis zu seinem Tod 1888 wurden von den Salesianern Don Boscos bereits 250 Häuser in Europa und Lateinamerika eröffnet, in denen von 1846 an rund 130.000 Jungen aufgenommen und rund 18.000 Lehrlinge ausgebildet wurden. Nicht zuletzt entschieden sich bis 1888 rund 6000 dieser Jugendlichen, Priester zu werden.

Tod und Heiligsprechung

Don Bosco starb am 31. Jänner 1888 und liegt in der Maria-Hilf-Basilika im Turiner Stadtteil Valdocco begraben. 1929 wurde er durch Papst Pius XI. selig und 1934, heilig gesprochen. Don Bosco ist der Schutzheilige der katholischen Verleger und der Presse.

Aufgabe: Liste auf, wie man merkt, dass sich Don Bosco für die Jugend einsetzt.
Benutze auch das Buch Seite 19, Kapitel 1.7 (Glaubensbuch 3, Freiräume)